Navigation
Malteser Grefrath

25 Jahre Hospizgruppe „Klaus Hemmerle“

06.04.2019
Die Hospiz-Verantwortlichen in Grefrath freuen sich auf das Jubiläumsfest am 11. Mai und laden die Bevölkerung herzlich ein (von rechts): Lothar Kemski, Renate Land, Sven Verheyden.

Im Jahr 2019 feiert die Hospizgruppe „Klaus Hemmerle“ 25-jähriges Bestehen. Die Wiege der Hospizarbeit steht in Grefrath. Seit 1989 gibt es in der Niersgemeinde Überlegungen, einen ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst inklusive Trauerbegleitung aufzubauen. „Erste Gespräche mit der Diözesanleitung über den Aufbau einer Hospizgruppe gab es im März 1994“, sagt Lothar Kemski, mit Christoph Reulen und Ida Koch einer der Initiatoren. Der heutige Ortsbeauftragte der Grefrather Malteser erinnert sich noch gut an die erste Veranstaltung am 30. Mai 1994, als aus der Hospizidee eine Institution wurde. "23 Interessierte nahmen an dieser Veranstaltung teil“, so Lothar Kemski. Im Juni 1994 folgten drei weitere Treffen in Grefrath, darunter eine Podiumsdiskussion „Was wollen wir in der Niersgemeinde?“. Die Gründer um Lothar Kemski, die langjährige Koordinatorin Ida Koch und der stellvertretende Ortsbeauftragte Christoph Reulen wussten von Anfang an, wohin die Reise gehen sollte. „Wir wollten den Menschen in Grefrath und Umgebung Lebensqualität am Lebensende schenken. Denn Krankheit, Sterben, Tod, Trauer und Abschied sind Themen, die uns begleiten und Unsicherheit, Sorgen und Ängste mit sich bringen“, berichtet Lothar Kemski. Eine Botschaft, die ankam. Im August 1994 folgte das erste Grundseminar in der Bischöflichen Akademie „Brunnenhof“ in Mönchengladbach. Im September gab es einen ersten Gruppenabend, im November ein erstes Aufbauseminar, in deren Folge 11 Frauen und Männer zu Hospizhelfern ausgebildet wurden. 1995 gab sich die Hospizgruppe einen Namen: Klaus Hemmerle. Kemski: „Wir haben der Gruppe den Namen des verstorbenen Aachener Bischofs gewidmet, der sich selbst viele Jahre seines Lebens für die Wegbegleitung eingesetzt hat.“ Erster Sprecher der Hospizgruppe war Pastor Herbert Graßhoff (1935-2005). Die erste große Spende für den ehrenamtlichen Einsatz gab es anno 1995 von der Firma Fibrit: 10.000 D-Mark. In der Folge entwickelte sich die Hospizgruppe kontinuierlich. 1997 traf sich „Klaus Hemmerle“ mit durchschnittlich 6 Personen insgesamt 11-mal, in der Regel im Grefrather Malteserhaus an der Mülhausener Straße 29. Die zweite Gruppe bildeten 10 Personen, die sich zu Hospizhelfern ausbilden ließen. Unter anderem besuchte das Hospizteam das Krankenhaus in Süchteln, wo praktische Übungen auf dem Programm standen. Über Vorträge machte sich die Hospizgruppe in der Region bekannt, u.a. in der Altenstube Leuth, in der Liebfrauenschule Mülhausen oder bei der KFD Grefrath. Die Begleitung von Sterbenden war damals noch nicht so selbstverständlich wie heute. Doch das Fundament wurde stabiler - dank viel Herzblut und ehrenamtlichem Engagement, das alle Hospiz‘ler in Grefrath an den Tag legten und bis heute legen. Bereits 1999 kann man von einer verschworenen Einheit
ausgehen, die sich von der Schaltzentrale Grefrath aus im Namen von Klaus Hemmerle um einen würdigen letzten Gang der Menschen kümmerte. Das belegen die Zahlen: 23 Hospizhelfer trafen sich in diesem Jahr 1999 insgesamt 520 Stunden. Themen waren u.a. Organspende, Sterbebegleitung Dementer, Handgriffe am Krankenbett und Tod von Seiten der Medizin. Im Winter
2000 kam es zur Gründung der ersten ökumenischen Trauergruppe als Team mit Pfarrerin Ortrun Hindemith. Im Oktober 2004 feierte die Gruppe mit 140 Gästen im Cyriakushaus „Zehnjähriges“. Im April 2005 wurde ein Trauer-Begegnungscafé aus der Taufe gehoben. Kooperationen mit der Volkshochschule, Bücherbörsen, Diözesanhospiztage oder Tagesseminare waren in der Folge an der Tagesordnung. Ein weiterer Meilenstein war der erste Nettetaler Palliativ- und Hospiztag im April 2008. Zwei Jahrzehnte lang hat Ida Koch als Koordinatorin der Hospizgruppe „Klaus Hemmerle“ ihren Stempel aufgedrückt. Neben der Sterbebegleitung gehört die Schulung der Ehrenamtlichen zur wichtigsten Aufgabe der Koordinatorin. „Die Hospizarbeit ist eine wichtige Lebensaufgabe“, sagte Ida Koch, als sie 2014 im Alter von 62 Jahren ihr Amt weitergab. „Ein würdevolles Sterben zu ermöglichen, das ist eine gesellschaftliche Aufgabe“, so Renate Land, die seit zwei Jahren den mittlerweile Kreis Viersen weit und auch in Wachtendonk operierenden Hospizdienst von Grefrath aus koordiniert. Die Moerserin ist Palliativ-Care-Fachkraft. Ein Ableger von „Klaus Hemmerle“ hat sich mittlerweile in Kempen bei den Maltesern gebildet, wo die Diplom- Sozialpädagogin Astrid Ruhland als Koordinatorin den Raum Kempen
betreut. Rund 30 Menschen und deren Angehörige aus Grefrath, Kempen, Nettetal, Viersen und anderen Gemeinden vom Niederrhein werden pro Jahr von „Klaus Hemmerle“ kostenlos begleitet. Zum Ehrenamtler-Team gehören in Grefrath und Kempen 35 Personen. Der ehrenamtliche Dienst ist auf Spenden angewiesen. „Was wir wohl in all den Jahren erreicht haben: dass dem Tod ein wenig von seinem Schrecken genommen worden ist. Und dass die Menschen auf ihrem letzten Gang Vertrauen zu unserem Dienst aufgebaut haben“, sagt Lothar Kemski. Mit diesem Anspruch will die Hospizgruppe daran arbeiten, im gesamten Kreis Viersen noch mehr Präsenz zu zeigen, beispielsweise in den Grenzgemeinden Brüggen, Niederkrüchten, Schwalmtal, aber auch noch intensiver in Nettetal und in Viersen. Zum Jubiläum will sich die Hospizgruppe im Zuge eines Festaktes bei ihren ehrenamtlichen Helfern, Partnern und Unterstützern bedanken. Die Feier für einen geladenen Kreis findet am Samstag, 11. Mai, von 11 bis 14 Uhr im Saal der Grefrather Gaststätte „Zum Nordkanal“ statt. Kemski: „Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen!“ Für ein ansprechendes Begleitprogramm sorgt u.a. der Pantomime Christoph Gilsbach und die Big-Band des Malteser Gymnasiums St. Bernhard aus Willich.
Gerda Graf, Ehrenmitglied beim Deutschen Hospiz- und Palliativ-Verband DHPV, spricht über Entwicklungen in der Hospizarbeit. Lothar Kemski: „Wir freuen uns auf einen schönen Tag gemeinsam mit vielen Weggefährten.“

Dateien:
Einladung.JPG138 Ki

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Grefrath  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE44370601931004011216  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PAX